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By Prof. Dr. med. Raecke (auth.)

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Numerische Mathematik: Band 1: Lineare und nichtlineare Gleichungssysteme, Interpolation, numerische Integration

Das vorliegende Buch (wie auch seine Fortsetzung) ist aus Vorlesungen entstanden, die ich seit einigen Jahren an der Universität Göttingen halte. Diese Vorlesungen wenden sich an Studentinnen und Studenten der Mathematik und Physik ab dem dritten Semester. Daher werden auch in diesem Buch Kenntnisse der research bzw.

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Er vermutete jetzt ein ganzes Komplott der Richter, die ihm nicht wohl wollten, weil er vor Jahren nicht die gebotene Gelegenheit benutzt hätte, eine Tochter des Richters H. zu heiraten. Schon 1908 habe man ihm Fallen gestellt, ihn mit Detektivs überwacht. 1910 seien ihm beunruhigende Andeutungen gemacht worden. 1911 sei ihm bei der Verhandlung aufgefallen, daß sie in einem Saale stattfand, der mit dem Zimmer des Richters H. durch eine Tür verbunden war. Der jüdische Anwalt N. werde vom Landgerichtspräsidenten begOnstigt, weil dieser eine jüdische Frau habe.

Bei widrigen äußeren Verhältnissen habe er einen aufreibenden Existenzkampf gefllhrt und sei endlich in komplizierte Rechtsstreitigkeiten verwickelt worden, die Beine stets vorhandene Nervosität hochgradig steigerten. Jene beleidigenden Äußerungen habe er in momentaner neurasthenischer Erregung niedergeschrieben. lbergehend des vollen Besitzes seiner Geisteskraft beraubt und ihn im Sturm des Affektes unüberlegt handeln lassen, doch sei er kein ProzeSkrämer und ohne brutale, aggressive Neigungen.

Nie hat er auch hinterher die Größe seiner neuen Niederlage zugestanden. Er stellte die Vertnutung auf, daß sein Hauptzeuge, der Wirt, einen Meineid geleistet habe, ohne jedoch daraus weitere Konsequenzen zu ziehen. Vielmehr gelang es bei seiner verhältnismäßigen Lenksamkeit, ihn vor neuen ernsteren Entgleisungen zu bewahren. Freilich seine Reizbarkeit brachte ihn noch wiederholt in Konflikte. Wenn er versprochen hatte, die Gerichte zu meiden, so nutzte er das doch in querulantenhafter Weise auch dahin aus, daß er hartnäckig den Vorladungen des Gerichts nicht Folge leistete.

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