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By Gabi Schlag

Gabi Schlag zeigt anhand einer interpretativen Rekonstruktion der intergouvernementalen Verhandlungen zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) zwischen 1950–1954 und der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) zwischen 1998-2001, wie Europa und die ecu als globaler Sicherheitsakteur konstituiert werden. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Sinnstiftung der EVG Anfang der 1950er Jahre auf einer transatlantischen Diskurs- und Praxisgemeinschaft gründet während sich die Diskurse und Praktiken zur Ausgestaltung der ESVP seit 1998 von diesem Verständnis lösen. In Anlehnung an diskurs- und praxistheoretische Ansätze in den Internationalen Beziehungen versteht die Autorin Außenpolitik als eine kulturelle Praxis, die kollektive Akteure durch die Mobilisierung symbolischer Ordnungen und deren praktischen Vollzug stets aufs Neue erfindet. Gerade ein kulturwissenschaftlicher Ansatz ist somit hilfreich, um den kontinuierlichen Gestaltwandel europäischer Außenpolitik zu analysieren.

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Kultur ist demnach ein gesellschaftliches Phänomen, das auf den internalisierten Überzeugungen, Gefühlen und Urteilen einer Bevölkerung beruht. Diesem holistischen Verständnis folgend ist Kultur oftmals an die Grenzen politischer Ordnungen (insbesondere von Staaten) gebunden. In den strategic studies, einer vorrangig durch realistische und rationalistische Ansätze geprägten Subdisziplin der IB in den USA, tritt der Kulturbegriff Mitte der 1970er Jahre mit einem stärker individualistischen Fokus in Erscheinung.

Almond zu civic culture Anfang der 1960er Jahre mehrten sich Analysen, die den Einfluss von sozialen und kulturellen Faktoren auf außenpolitische Entscheidungen untersuchten. Besonders prominent war in diesem Zusammenhang die Diskussion über unterschiedliche strategische und außenpolitische Kulturen von Staaten (Jervis 1976; Snyder 1977). Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre erscheinen dann zahlreiche Publikationen, die sich explizit auf einen „cultural G. 15 Kultur wird hier nicht nur als ein empirischer Untersuchungsgegenstand, als abhängige oder unabhängige Variable in kausalen Erklärungsmodellen verstanden, sondern als Ausgangspunkt für einen grundlegenden Perspektivwechsel der Disziplin hin zu einem (kultur-) soziologischen Forschungsprogramm thematisiert, das sich mit den gesellschaftlichen und historischen Möglichkeitsbedingungen von Bedeutung und Wissen, sozialen Strukturen und Handeln beschäftigt.

Träger solcher Überzeugungen sind zwar individuelle Akteure, die sich in ihren Handlungsentscheidungen von kulturellen Aspekten leiten lassen. Der politischen Kulturforschung als auch den strategic studies geht es aber nicht um individuelle Überzeugungen, sondern um gesellschaftliche Strukturmuster, die sich im Handeln ausdrücken. Während in der Außenpolitikforschung und den IB immer wieder ähnliche soziale und kognitive Aspekte der Internalisierung von Werten und der Perzeption von Bedrohungen thematisiert wurden (Jervis 1976), taucht der Kulturbegriff doch erst Anfang der 1990er Jahre in einer systematischeren Verwendung auf.

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